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Der „vergessene Holocaust“ wird die Verfolgung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten noch immer genannt: Anhaltende Vorurteile und Diskriminierung gegen die Minderheit blockierten lange die Anerkennung des Völkermords und seine Aufarbeitung. „Das Ende des Krieges bedeutete für uns Sinti und Roma nicht das Ende von Ausgrenzung, Erniedrigung und Verfolgung“, so Christian Pfeil, deutscher Sinto und Überlebender des Holocausts. Die Anerkennung des Völkermords ist vor allem dem Einsatz Überlebender, ihrer Familien und Verbündeten zu verdanken.

Doch die Erinnerungsarbeit steht auch über 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs vor Herausforderungen: „Es erfüllt mich mit großer Sorge, wenn ich heute wieder den zunehmenden Nationalismus, Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus in der Welt sehe. Meine Familie und ich mussten erfahren, wozu rassistischer Hass und Gewalt führen“, so Christian Pfeil weiter. Seine Familie wurde im Mai 1940 von Trier aus deportiert; er selbst wurde 1944 in einem nationalsozialistischen Lager nahe Lublin geboren. Viele Verwandte der Familie wurden ermordet, doch Pfeil, seine Geschwister und Eltern überlebten wie durch ein Wunder und kehrten nach Trier zurück.
Christian Pfeil ist ausgebildeter Sänger und betrieb als Gastronom erfolgreich mehrere Lokale. In den 1990er Jahren wurden rechtsextreme Angriffe auf ihn und sein Lokal verübt. Seit Jahren tritt Christian Pfeil öffentlich als Überlebender für das Erinnern an den Holocaust an den Sinti und Roma ein und engagiert sich gegen Antiziganismus, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung. Vor allem der Austausch mit Jugendlichen macht ihm Mut und Hoffnung: „Es geht mir nicht darum nur von meiner Familiengeschichte zu erzählen, sondern sie zu ermutigen gegen Unrecht aufzustehen“.

Am Montag, 26.10.2026 lädt die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der Universität Regensburg zu einem Abend mit Christian Pfeil ein: Er erzählt von den Erfahrungen seiner Familie während des Holocausts, der anhaltenden Diskriminierung, die Sinti und Roma auch nach Ende des Kriegs erfahren mussten, und davon, warum er sich trotz allem weiter gegen Hass und Ausgrenzung einsetzt.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Veranstaltung wird durchgeführt von der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der Universität Regensburg im Rahmen der „Upre Kethane! Aktionswochen Sinti Roma”, gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland.




