Informationen zur Barrierefreiheit: Die Räumlichkeiten des Theaters sind mit Rollstuhl und Gehhilfen erreichbar.

Das internationale Urban Theater Ensemble aus Berlin gastiert am 27. und 28. Februar 2026 mit zwei Produktionen im Theater an der Universität Regensburg. Das Urban Theater, ursprünglich ein Projekt des Sankt Petersburger Stadttheaters (St. Petersburg Urban Theatre) aus dem Jahr 2017, wurde 2023 in Berlin gegründet.
Nach dem Ausbruch des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verlegte ein Teil des Ensembles mit seiner künstlerischen Leiterin Natalia Lapina die Arbeit nach Berlin. Heute vereint das freie Ensemble russische, ukrainische und deutsche Theaterschaffende, von denen viele in Berlin im Exil oder als Geflüchtete leben.
Richter’s Fairytale
Mit RICHTER’S FAIRYTALE widmet sich das Urban Theater dem Leben des legendären Pianisten Swjatoslaw Richter (1915–1997). Das vom aus Odesa stammenden Regisseur Kostya Novitskiy inszenierte Stück ist eine poetische Fantasie über die Beziehung zwischen Kunst und Macht – und über die Freiheit, die Richter allein in der Musik finden konnte. Basierend auf Archivdokumenten, Interviews und Zeitzeug:innenberichten erzählt das Stück in deutscher und russischer Sprache (mit Übertitelung) von einem musikalischen Genie, das unter den Bedingungen des stalinistischen Regimes seine eigene innere Freiheit erschuf, um so weit wie möglich von diktatorischer Herrschaft, Totalitarismus und der Stagnation entfernt zu bleiben. Das Leben dieses deutschrussischen Klaviervirtuosen war durch die Flucht aus der Realität des stalinistischen Regimes in die grenzenlose und freie Welt der Musik gekennzeichnet. „Politik entzieht sich meinem Interesse“, pflegte Richter zu sagen.

Jedoch war sein Schicksal davon durchdrungen: Richters Vater wurde aufgrund falscher Anschuldigungen hingerichtet, seine Mutter floh mit den sich zurückziehenden deutschen Truppen nach Deutschland und Richter selbst, der nur knapp einer Verhaftung entging, spielte auf Stalins Beerdigung. Elemente des dokumentarischen und dramatischen Theaters, Figurentheater, Clownerie und Live-Musik verbinden sich zu einem außergewöhnlichen Bühnenmärchen. Die Berliner Premiere fand im Mai 2024 statt.
Das Ensemble präsentiert außerdem das Stück „The Red Folder“ am 28. Februar 2026.
Die Veranstaltungen sind in Kooperation mit Prof. Dr. Sabine Koller, Professur für Slavisch-Jüdische Studien an der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften entstanden und wurden durch die Universitätsstiftung Pro Arte der Regensburger Universitätsstiftungen und das Zentrum Erinnerungskultur gefördert.




