Der Generational Talk, der am 27. April an der Universität Regensburg stattfand, war Teil einer einwöchigen Tour von Phil Glauben (USA) und Youp Zwolschen (Niederlande) durch Schulen und Hochschulen der Region. Organisiert wurde diese von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg rund um den 81. Jahrestag der Befreiung. Ziel des Formats ist es, Schüler*innen und Studierenden einen persönlichen Zugang zur NS-Geschichte und ihren Nachwirkungen zu eröffnen.
Im Rahmen der Veranstaltung berichteten die beiden Angehörigen von den Schicksalen ihrer Familienmitglieder: Der Großvater von Youp Zwolschen, Antoon Bink, war politischer Gefangener, während Phil Glaubens Vater Moniek (später Max) Glauben als polnischer Jude deportiert wurde. Beide waren im KZ Flossenbürg inhaftiert und wurden schließlich auf den Todesmärschen befreit.

Dennis Forster (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg)

Im Anschluss an die Vorträge fand eine offene Gesprächsrunde statt, in der Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen ihre Fragen einbringen konnten. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere der Umgang mit der Vergangenheit innerhalb der jeweiligen Familien. War ein gemeinsames Erinnern möglich oder wurde stattdessen eher geschwiegen? Zudem berichteten Glauben und Zwolschen davon, wann sie erstmals von den Geschichten ihrer Angehörigen erfuhren und wie diese Erfahrungen ihr weiteres Leben und Handeln geprägt haben. Auch die Bedeutung ihrer heutigen Erinnerungsarbeit vor dem Hintergrund aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen wurde thematisiert.


Zugleich ermutigten die beiden Gesprächspartner die Anwesenden dazu, mit den eigenen Familien über die Vergangenheit ins Gespräch zu kommen. Die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und familiären Erinnerungen, Brüchen und möglichen Verstrickungen könne dazu beitragen, historische Zusammenhänge besser zu verstehen und einen reflektierten Umgang mit Vergangenheit und Gegenwart zu entwickeln. Das große Interesse der Studierenden zeigte sich nicht zuletzt in den zahlreichen Nachfragen, für die sich Glauben und Zwolschen noch lange über das offizielle Veranstaltungsende hinaus Zeit nahmen.
Bilder: © Anna-Elena Schüler




