Stacheldraht, böhmische Keramik, ein Bruchstück der Berliner Mauer als Symbol der Befreiung, ein Kronkorken als Erinnerung an die tschechische Gastfreundschaft oder der Helm eines amerikanischen Soldaten: An Erinnerungsstücken mangelte es nicht bei den Erzählcafés, die am 6. September 2025 im Georgssaal des Landestormuseums in Furth im Wald unter dem Titel „Zwischen Welten“ stattfanden. Über 20 Teilnehmende aus Furth im Wald und Umgebung tauschten sich in zwei offenen Gesprächsrunden angeregt über ihre ganz persönlichen Erinnerungen an und Erfahrungen mit der Grenze aus. Die Erzählcafés zeigten sich insgesamt als sehr gut geeignetes Format, um Denk- und Austauschprozesse zu historischen, persönlichen und politischen Themen anzustoßen.
Falk Bräcklein, Marie Rieker und Magali Röhrich organisierten die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und dem Europe Direct Büro der Stadt Furth im Wald – von der ersten Projektidee, über die Entwicklung von Werbematerial und die inhaltlich-konzeptionelle Erarbeitung der Gesprächsimpulse bis hin zur Moderation. Leitthema waren die Grenzerfahrungen der Teilnehmenden von 1989 bis heute. Zentral hierbei war die Frage nach Veränderungen, die der Fall des Eisernen Vorhangs für die Menschen in der Grenzregion mit sich brachte.

In der Gesprächsrunde am Vormittag boten Erinnerungsstücke Gesprächsanlässe. Durch persönliche Erfahrungen und Erlebnisse der Teilnehmenden wurde deutlich, welche Hoffnungen, Sorgen und Möglichkeiten mit dem Ende des Eisernen Vorhangs in Furth im Wald verbunden waren und noch immer sind. Gerade durch die aktuellen politischen Tendenzen rückt das Thema Grenze wieder stärker in das Bewusstsein vieler Menschen, was auch im Erzählcafé deutlich wurde. Besonders der wirtschaftliche und politische Austausch, aber auch persönliche Kontakte ins Nachbarland, wurden im Gespräch als wichtige Faktoren für ein gutes Zusammenleben ausgemacht.
Im Fokus der Gesprächsrunde am Nachmittag standen die konkreten Veränderungen in der Lebenswelt im Grenzgebiet sowie die Entwicklung der deutsch-tschechischen Beziehungen seit 1989. Begleitendes Element hierbei war ein zunächst leerer Zeitstrahl, der von den Teilnehmenden im Lauf des Gesprächs mit Haftnotizen gefüllt wurde. Auf jeden Klebezettel wurde eine persönliche Erinnerung oder Geschichte geschrieben. So entstand ein vielfältiges Bild aus Erinnerungen.
Für die studentische Projektgruppe, die einen Podcast [verlinken] erarbeitete, bot das Erzählcafé zudem die Gelegenheit, mit Zeitzeug*innen in Austausch zu treten und Interviews mit ihnen zu führen.




