Grenzen teilen Räume, doch sie sind und bleiben dabei stets auch ein gesellschaftliches Konstrukt – davon zeugen nicht zuletzt ihre Wandelbarkeit und ihre Durchlässigkeit. Das Pen und Paper von Beatrice Dippold, Fabian Fritz, Felix Hädrich und Sarah Schmid lädt zum Grenzspiel ein. Dabei können die Spieler*innen in Abenteuer jenseits der Raumzeit eintauchen. Dabei können sie räumliche und zeitliche Schwellen übertreten und dabei das Wesen und die historische Konstruiertheit der bayerisch-böhmischen Grenze erleben und neu denken. Hierfür braucht es nichts weiter als ein paar Freunde, einen Stift, Zettel, Würfel sowie ein bisschen Fantasie.
Das Pen und Paper „Moving Borders“ ist als Rollenspiel konzipiert und führt gedanklich in den untergegangen Ort Grafenried/Lučina, der überwiegend von sog. „Sudetendeutschen“ bewohnt war. Die Spieler*innen schlüpfen in fiktive Rollen und lernen den verrückten Historiker Lukas kennen. Er zeigt ihnen ein geheimnisvolles Portal, das die Gruppe von Spieler*innen zunächst in die unmittelbare Nachkriegszeit der bayerisch-böhmischen Grenzregion entführen wird. In der Vergangenheit gelandet und komplett auf sich allein gestellt, wird die Gruppe bald unfreiwillig in einen großangelegten Schmuggeldeal verwickelt. Doch Obacht – die schwellenhütenden Finanzer beobachten die Spieler*innen bereits…

„Moving Borders“ gibt hierfür nicht nur Spielmaterialien an die Hand, die die Vergangenheit einer Grenzregion mit ihren Grenzorten und Bewohnern in der Fantasie neu auferstehen lassen: Die spielende Gruppe bestimmt den Verlauf und Ausgang dieses Grenzabenteuers auch aktiv mit.
Nach dem Spielen können die Teilnehmenden mit Hilfe eines ausgewählten Fragenkatalogs oder auch komplett selbstständig die Geschichte und die dabei gemachten Erlebnisse reflektieren.
Wie wird dieses Abenteuer den Blick auf die bayerisch-böhmischen Grenze verändern? Welche Begegnungen werden die Spieler*innen überraschen? Wie werden sie sich als Grenzgänger jenseits der Raumzeit fühlen?
Das Pen & Paper „Moving Borders“ ist ein Teilprojekt des Projektseminars „Bayern, Böhmen und die Grenze. Erzählen, Visualisieren, Ausstellen“ von Prof. Dr. Bernhard Löffler, Prof. Dr. Jörg Skriebeleit und Felix Bruckner.




