Den NS-Krankenmord erinnern

Das Projekt geht von den Schauplätzen des NS-Krankenmords im Bezirk Oberbayern aus. Es fragt nach der Geschichte und Gegenwart der Erinnerung an die sog. „Euthanasie“ und „Rassenhygiene“ während der NS-Zeit. Dabei setzt es oberbayerische Initiativen der Aufarbeitung und des Gedenkens in Beziehung zu konkreten Beispielen erinnerungskultureller Projekte aus anderen Regionen Deutschlands und dem östlichen Europa. Neben der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Thematik werden auch andere Herangehensweisen, z.B. künstlerische Auseinandersetzungen, diskutiert. 

Die geplante Publikation wird als reich illustrierter hochwertiger Band erscheinen, der die vielfältigen Formen der Erinnerung an die nationalsozialistischen Krankenmorde versammeln, aber auch Debatten und Kontroversen sichtbar machen soll. Dadurch soll ein Panorama entstehen, das Impulse für weitere Formen des Umgangs und der Auseinandersetzung mit den NS-Krankenmorden aussendet. 

Das Publikations- und Ausstellungsprojekt versteht sich selbst als Teil der erinnerungskulturellen Bearbeitung der NS-Krankenmorde und damit als Beitrag zu einer anhaltenden, nicht abschließbaren Debatte. Durchgeführt wird es am Zentrum Erinnerungskultur, finanziert durch den Bezirk Oberbayern.

Veranstaltungen

Im Rahmen des Publikationsprojekts veranstaltet das ZE im Herbst 2022 eine Reihe von vier Podiumsdiskussionen. Die vier Gespräche thematisieren wesentliche Aspekte des Umgangs mit der NS-„Euthanasie“ seit 1945.

Künstlerische Zugänge: Dafür steht beispielhaft das Projekt „Nebel im August“. Die Geschichte eines jugendlichen Krankenmordopfers wird dabei durch einen dokumentarischen Roman, einen Kinofilm sowie ein Theaterstück künstlerisch bearbeitet.

30.10.22
Die NS-„Euthanasie“ in Literatur, Film und Theater. Das Beispiel NEBEL IM AUGUST
Podiumsdiskussion mit Robert Domes, Prof. Ulrich Limmer und Dr. Kathrin Mädler

Aktuelle Erinnerungskultur: Die Frage, was heute ein angemessenes Gedenken und Erinnern sein kann, wird angegangen mit dem Blick auf die Erinnerungsarbeit an Gedenkstätten als auch an einer „belasteten“ psychiatrischen Klinik.

13.11.22
Wie erinnern? Aktuelle Erinnerungskultur zur NS-„Euthanasie“ in Deutschland und Österreich
Podiumsdiskussion mit Irene Zauner-Leitner, Thomas Stöckle und Prof. Dr. Peter Brieger

Ethische Zusammenhänge: Die Beschäftigung mit dem Thema NS-„Euthanasie“ kann einen Zugang hin zu grundlegenden ethischen Fragen öffnen. Wie verhält sich unsere Gesellschaft zu geistig oder körperlich behinderten Menschen? Wie stehen wir zu den grundlegenden ethischen wie biopolitischen Fragen, die sich besonders am Anfang und am Ende des Lebens stellen?

21.11.22
„Wert des Lebens“. (Medizin-)Ethik, Umgang mit Behinderung, Biopolitik
Podiumsdiskussion mit Dr. Michael Wunder, Dr. Mirjam Janett und Dinah Radtke

Verdrängte Erinnerung: Die von NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisation Betroffenen sind bis heute offiziell nicht als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt. Betrachtet werden die verschlungenen Wege vom Verdrängen und Vergessen hin zum Gedenken und Erinnern.

29.11.22
Die Verdrängten. Ein Gespräch über die Geschichte des Umgangs mit den NS-Krankenmorden
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Michael von Cranach, Dr. Ulrich Baumann und Margret Hamm


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